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Netzentgelte senken mit Peak Shaving und Batteriespeichern

Autorenbild: DSW - Deutsche Speicherwerke GmbH
DSW - Deutsche Speicherwerke GmbH
vor 5 Tagen
5 Min. Lesezeit

Wenn zum Schichtbeginn mehrere Produktionslinien anlaufen, Kompressoren arbeiten und Fahrzeuge gleichzeitig laden, steigt der Leistungsbedarf eines Betriebs. Bei leistungsabhängiger Stromabrechnung können solche Spitzen die Netzkosten für das gesamte Abrechnungsjahr prägen.


Mit Peak Shaving, der gezielten Lastspitzenkappung, lässt sich dieser Kostenfaktor beeinflussen. Ein Batteriespeichersystem stellt zeitweise zusätzliche Leistung bereit und begrenzt damit den Strombezug aus dem Netz. Wie viel Ihr Unternehmen dadurch spart, hängt vom Lastprofil, dem Netzentgelt und der passenden Betriebsstrategie ab.


Wie Lastspitzen Ihre Netzkosten beeinflussen

Ihre Stromrechnung umfasst die Energiebeschaffung, Netzentgelte sowie Steuern und Umlagen. Bei leistungsgemessenen Anschlüssen setzt sich das Netzentgelt regelmäßig aus einem Arbeitsentgelt für die bezogene Energie in Kilowattstunden (kWh) und einem Leistungsentgelt zusammen. Dieses richtet sich beim Jahresleistungspreismodell nach der Jahreshöchstleistung in Kilowatt (kW).

Dabei beschreibt kW die elektrische Leistung, kWh die über einen Zeitraum bezogene Energie. Für die Abrechnung zählt üblicherweise der höchste mittlere Leistungsbezug innerhalb eines 15-Minuten-Intervalls. Ein sehr kurzer Anlaufimpuls ist deshalb nicht automatisch eine entsprechend hohe abrechnungsrelevante Lastspitze. Entscheidend ist sein Beitrag zum Viertelstundenmittelwert.

Das Jahresleistungsentgelt ergibt sich aus Jahreshöchstleistung × Jahresleistungspreis. Ein einziger hoher Viertelstundenwert kann damit die Leistungskosten des Abrechnungsjahres bestimmen. Wird dieser Wert reduziert, sinkt bei unverändertem Tarif das Leistungsentgelt; der Preis je kW bleibt gleich. Monatsleistungspreissysteme und Sondervereinbarungen müssen gesondert bewertet werden.


Für den Projektstart ist außerdem wichtig: Eine bereits gemessene Jahreshöchstleistung lässt sich durch einen später installierten Speicher nicht rückwirkend entfernen.


Wie Batteriespeicher und EMS den Netzbezug begrenzen

Ein BESS, kurz für Battery Energy Storage System, speichert elektrische Energie. Ein Energiemanagementsystem (EMS) steuert ihren Einsatz. Dafür werden der Netzbezug am Anschlusspunkt, der Ladezustand und gegebenenfalls die PV-Erzeugung erfasst. Droht der festgelegte Bezugsgrenzwert überschritten zu werden, gibt der Speicher zusätzliche Leistung in das betriebliche Netz ab. Die Verbraucher können innerhalb der verfügbaren Speicherleistung und Energiereserve weiterarbeiten.

Sinkt der Leistungsbedarf, wird der Speicher wieder geladen. Das EMS muss diesen Vorgang so koordinieren, dass genügend Reserve für weitere Spitzen entsteht und das Nachladen selbst keine neue relevante Bezugsspitze verursacht.

Die Optimierung des Viertelstundenmittelwerts und die Einhaltung einer kurzfristigen technischen Anschlussgrenze sind dabei unterschiedliche Regelungsaufgaben. Auch deshalb müssen Messung, Steuerung und Leistungselektronik zusammenpassen. Der Energiebedarf Ihrer Maschinen sinkt durch Peak Shaving nicht automatisch; Speicherverluste und Hilfsenergie gehören in die Gesamtbilanz.


Was bereits 100 kW weniger Spitzenleistung rechnerisch sparen

Ein fiktiver Industriebetrieb erreicht ohne Speicher eine Jahreshöchstleistung von 600 kW. Für das Beispiel wird angenommen, dass ein passend ausgelegtes System den Netzbezug während des gesamten betrachteten Abrechnungsjahres auf höchstens 500 kW begrenzt. Der angenommene Jahresleistungspreis beträgt unverändert 150€/kW und Jahr; ein Wechsel des Tarifbereichs findet nicht statt.

Rechengröße

Ohne Speicher

Mit Peak Shaving

Jahreshöchstleistung

600 kW

500 kW

Angenommener Jahresleistungspreis

150 €/kW und Jahr

150 €/kW und Jahr

Jahresleistungsentgelt

90.000 €

75.000 €


Die rechnerische Entlastung beträgt 15.000 € pro Jahr beim Leistungsentgelt. Das ist weder Nettogewinn noch eine Berechnung der gesamten Stromkostenersparnis. Investition, Finanzierung, EMS, Installation, Betrieb, Wartung, Verluste und Alterung sind darin nicht berücksichtigt. Der Tarif ist eine Modellannahme und kein aktuelles Preisangebot.

Auch die Dauer zählt: Um 100 kW zusätzliche Leistung für 30 Minuten bereitzustellen, werden idealisiert 50 kWh abgegebene Energie benötigt. Verluste, Reserven und weitere Lastspitzen erhöhen die Anforderungen an die Auslegung. Dieses Einzelereignis genügt daher nicht, um eine Speichergröße festzulegen.


Welche Speichergröße zu Ihrem Lastprofil passt

Ausgangspunkt ist ein möglichst vollständiger Jahreslastgang. Er zeigt, wann Spitzen entstehen, wie häufig sie auftreten und welche saisonalen Unterschiede bestehen. Geplante Produktionsänderungen oder zusätzliche Ladepunkte gehören ebenfalls in die Analyse. Für die technische Regelung können zusätzlich zeitlich höher aufgelöste Messdaten erforderlich sein.

Ein Speicher muss sowohl ausreichend Leistung als auch genügend nutzbare Energie bereitstellen. Ebenso entscheidend sind Nachladefenster zwischen aufeinanderfolgenden Spitzen. Die Planung berücksichtigt Wirkungsgrade, Alterung, Betriebsreserven und mögliche Leistungsbegrenzungen, etwa bei ungünstigen Temperaturen.

Eine vorhandene PV-Anlage ersetzt diese Analyse nicht. Ihre Erzeugung muss zeitlich mit dem Bedarf zusammenpassen. Treten hohe Bezüge morgens, nachts oder im Winter auf, muss die Betriebsstrategie die notwendige Speicherreserve auch ohne gleichzeitigen Solarüberschuss bereitstellen.

Zum Tarifcheck gehört die Jahresbenutzungsdauer: Sie ergibt sich aus dem Jahresnetzbezug in kWh geteilt durch die Jahreshöchstleistung in kW. Sinkt die Spitze, kann der Betrieb die Grenze von 2.500 Benutzungsstunden überschreiten. Dann müssen Arbeits- und Leistungspreis des zutreffenden Tarifbereichs gemeinsam neu bewertet werden.

Ohne leistungsabhängige Abrechnung entfällt dieser direkte Einsparhebel. Niedrige Leistungspreise, lang anhaltende Spitzen oder fehlende Nachladezeiten können Peak Shaving ebenfalls unwirtschaftlich machen. Prüfen Sie deshalb auch, ob zeitversetztes Einschalten oder die Steuerung flexibler Verbraucher die Lastspitzen bereits kostengünstig reduzieren.


Wie mehrere Anwendungen die Wirtschaftlichkeit verbessern

Ein Gewerbespeicher kann neben der Lastspitzenkappung überschüssigen Solarstrom für spätere Betriebszeiten bereitstellen oder den Strombezug in günstigere Tarifzeiten verschieben. Diese Kombination mehrerer Anwendungen wird als Multi-Use bezeichnet. Sie kann den wirtschaftlichen Nutzen erhöhen, wenn die Aufgaben zeitlich und technisch zusammenpassen.

Die Betriebsstrategie muss Prioritäten setzen. Wird die Batterie für den Eigenverbrauch weit entladen, fehlt unter Umständen Energie für die nächste Lastspitze. Umgekehrt begrenzt eine hohe Reserve die frei nutzbare Kapazität. Die maximalen Einsparungen einzelner Anwendungen dürfen deshalb nicht einfach addiert werden. Auch negative Börsenpreise bedeuten wegen weiterer Preisbestandteile nicht automatisch negative Gesamtbezugskosten.

Eine belastbare Wirtschaftlichkeitsrechnung vergleicht deshalb den Betrieb mit und ohne Speicher über denselben Zeitraum und berücksichtigt sämtliche Investitions- und Betriebskosten. Unterschiedliche Tarif- und Nutzungsszenarien zeigen, wie empfindlich das Ergebnis auf veränderte Rahmenbedingungen reagiert.


Stand 1. Oktober 2026: Für die Reform der Allgemeinen Netzentgeltsystematik Strom, kurz AgNes, liegt ein Festlegungsentwurf vor; die Bundesnetzagentur plant die Entscheidung noch 2026. Der BVES fordert dazu verlässliche Übergangsregeln und eine sachgerechte Behandlung von Multi-Use-Speichern. Entwurf und Verbandsposition ersetzen keine geltenden Tarifbedingungen. Für langfristige Investitionen sollten mögliche Änderungen daher als eigene Szenarien betrachtet werden.


Welche Spielräume am Netzanschluss entstehen

Soll eine Produktionsanlage erweitert oder ein Ladepark aufgebaut werden, kann ein Speicher kurzzeitig zusätzliche Leistung innerhalb des Betriebs bereitstellen. Bei geeigneten Lastprofilen lässt sich dadurch ein Ausbau des Netzanschlusses vermeiden oder verschieben. Wie diese Unterstützung funktioniert, erläutern wir auch auf unserer Seite zur Lastspitzenkappung.

Die verfügbare Anschlussleistung wird dadurch nicht dauerhaft erhöht. Bei anhaltendem Mehrbedarf leert sich der Speicher; anschließend muss Energie nachgeladen werden. Netzbetreiberabstimmung, Schutzkonzept und eine Regelung für den Fall eines leeren oder nicht verfügbaren Speichers bleiben erforderlich. Das kann beispielsweise die Begrenzung flexibler Ladevorgänge einschließen.

Zudem ist die höchste Last eines Betriebs nicht zwangsläufig zeitgleich mit der höchsten Belastung des öffentlichen Netzes. Eine betriebliche Kostensenkung ist deshalb nicht automatisch mit einer netzdienlichen Betriebsweise gleichzusetzen.


Wie DSW Speicher in Ihr Projekt passen

Für die projektbezogene Umsetzung bieten wir Batteriespeicher für Industrie und Gewerbe in unterschiedlichen Größen. Der DSW BESS 261 verfügt über 261 kWh Bruttokapazität und maximal 125 kW Entladeleistung. Laut Datenblatt lassen sich bis zu acht Systeme über ein externes EMS kombinieren. Der DSW BESS 836 bietet 836 kWh Bruttokapazität und maximal 418 kW Be- und Entladeleistung und ist projektbezogen skalierbar. Beide Systeme nutzen flüssigkeitsgekühlte Lithium-Eisen-Phosphat-Batterien.

Die Datenblätter sehen den Betrieb mit einem externen Master-EMS von SMART Q oder einem kundenseitigen EMS vor. Funktionen, Schnittstellen und Betriebsstrategie werden für das jeweilige Projekt abgestimmt. Welcher Gewerbespeicher oder Industriespeicher passt, ergibt sich aus Ihrem Leistungsbedarf und Lastverlauf.


So starten Sie Ihr Speicherprojekt

Sie möchten wissen, welches Einsparpotenzial Peak Shaving in Ihrem Unternehmen bietet? Mit unserem Projekterfassungsbogen übermitteln Sie uns die wichtigsten Angaben zu Ihrem Vorhaben: Von Stromverbrauch und Netzanschluss bis zu vorhandener Photovoltaik und geplanter Ladeinfrastruktur.

Laden Sie den Bogen herunter, füllen Sie ihn so weit wie möglich aus und senden Sie ihn über unser Kontaktformular.

Ergänzen Sie, soweit verfügbar, ein 15-Minuten-Lastgangprofil eines vollständigen Jahres und Ihre aktuelle Strom- beziehungsweise Netzentgeltabrechnung. Auch Pläne zur Ladeinfrastruktur und Fotos oder Skizzen des Aufstellorts helfen bei der Bewertung. Über das Formular können Sie bis zu fünf Dateien hochladen. Diese Informationen bilden die Grundlage, um das Einsparpotenzial, die erforderliche Speicherleistung und die passende Kapazität für Ihren Betrieb zu bewerten. Ihnen liegen noch nicht alle Unterlagen vor? Beschreiben Sie Ihr Vorhaben zunächst im Nachrichtenfeld.


Quellen: StromNEV § 17. Geltende Onlinefassung.

StromNEV Anlage 4. Geltende Onlinefassung.

 
 
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